Dynamischer Tarif – Stromrechnung verstehen

Was ist ein dynamischer Tarif?

Bei einem dynamischen Tarif orientiert sich dein Preis direkt an den aktuellen Börsenstrompreisen, der Arbeitspreis ist also nicht dauerhaft festgelegt.

  • Sind die Börsenpreise niedrig, zahlst du weniger.
  • Steigen die Börsenpreise, kann dein Strompreis entsprechend höher liegen.

So kannst du von günstigen Marktphasen profitieren, musst aber auch mit Preisschwankungen rechnen. Für viele Kundinnen und Kunden ist das eine Chance, ihren Verbrauch bewusst zu steuern und Kosten zu optimieren.

Welche Abrechnungsarten gibt es bei einem dynamischen Tarif?

In einem dynamischen Stromtarif gibt es zwei Arten, wie dein Verbrauch abgerechnet werden kann: auf Basis von echten Werten oder auf Basis von Profilen.

1. Abrechnung auf echten Werten (Smart Meter):

Hier wird dein tatsächlicher Stromverbrauch stundengenau gemessen. Das bedeutet: Du zahlst genau den Preis, der zu dem Zeitpunkt gilt, an dem du den Strom wirklich verbrauchst.

Beispiel: Wenn der Strom nachts günstig ist und du dann viel verbrauchst, profitierst du direkt davon.

2. Abrechnung auf Profilen (Standardlastprofil):

Wenn kein intelligenter Zähler (Smart Meter) vorhanden ist, wird dein Verbrauch nicht exakt gemessen, sondern geschätzt. Dafür nutzt man typische Verbrauchsmuster (z. B. mehr Verbrauch morgens und abends).

Das bedeutet: Dein Verbrauch wird rechnerisch auf die Stunden verteilt – unabhängig davon, wann du tatsächlich Strom genutzt hast.

Kurz gesagt:

  • Mit echten Werten zahlst du exakt das, was du wirklich wann verbrauchst.
  • Mit Profilen wird dein Verbrauch nur geschätzt – dadurch kannst du die Vorteile eines dynamischen Tarifs nicht vollständig ausschöpfen.

Ob du nach echten Verbrauchswerten oder nach einem Profil abgerechnet wirst, kannst du ganz einfach selbst prüfen:

1. Blick auf deinen Zähler:

  • Hast du einen Smart Meter (intelligenten Stromzähler), der deinen Verbrauch digital und meist mit Display anzeigt → dann erfolgt die Abrechnung in der Regel auf echten Werten (stundengenau).
  • Hast du noch einen klassischen Zähler (ohne digitale Auswertung) → dann wirst du auf Basis eines Profils abgerechnet.

2. In deinen Vertragsunterlagen / Portal:
Oft steht dort, ob ein „intelligentes Messsystem“ oder „Smart Meter“ genutzt wird.

3. Beim Netzbetreiber nachfragen:
Dein Netzbetreiber kann dir genau sagen, welche Art von Zähler bei dir verbaut ist und wie dein Verbrauch erfasst wird.

Kurz gesagt:
Smart Meter = echte Werte
Kein Smart Meter = Profil-Abrechnung

Was sehe ich auf meiner Stromrechnung bei einem dynamischen Tarif?

Deine Stromrechnung zeigt dir, wie sich dein Betrag zusammensetzt.

Dabei gibt es drei Bereiche:

  • deinen Stromverbrauch
  • die jeweiligen Zeiträume
  • alle wichtigen Kosten (z. B. Arbeitspreis, Netzentgelte und Steuern)

Wie wird mein Verbrauch berechnet?

Dein Stromverbrauch wird über deinen Zähler erfasst.

In der Rechnung siehst du dazu u.a.:

  • deine Zählernummer
  • den Anfangszählerstand in kWh
  • den Endzählerstand in kWh
  • den Zeitraum
  • den Faktor (z.B. Faktor 1 = dein gemessener Verbrauch wird 1:1 übernommen)
  • deinen Verbrauch in kWh

Warum wird mein Verbrauch in viele Zeiträume aufgeteilt?

Bei einem dynamischen Tarif ändert sich der Strompreis regelmäßig. Deshalb wird dein Verbrauch in mehrere Zeiträume unterteilt. So kann jeder Zeitraum mit dem passenden Preis berechnet werden.

Was bedeuten die Angaben bei „Kosten für deinen Energieverbrauch“?

  • Arbeitspreis“: Der Arbeitspreis ist der Preis pro kWh Strom. Bei einem dynamischen Tarif gilt: Der Preis orientiert sich am Markt, er kann sich also regelmäßig ändern. Du zahlst also nicht immer den gleichen Preis pro kWh.

  • Dienstleistungsentgelt“: Das Dienstleistungsentgelt ist eine Gebühr für Leistungen rund um deinen Stromvertrag, also alles, was über die reine Stromlieferung hinausgeht. Je nach Anbieter fallen z. B. Abrechnung und Vertragsverwaltung und Kundenservice darunter.

  • Grundpreis“: Der Grundpreis deckt fixe Kosten des Stromlieferanten ab, z. B. für Abrechnung, Vertrieb und Vertragsbereitstellung.
    Kosten für Zähler/Messstellenbetrieb gehören meist nicht hier rein, sondern werden separat ausgewiesen.

  • Konzessionsabgabe“: Die Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, das Netzbetreiber an Städte und Gemeinden zahlen dürfen, um öffentliche Wege für Stromleitungen zu nutzen.

  • KWK-Umlage“: Die KWK-Umlage finanziert die Förderung von Anlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme besonders effizient erzeugen.

  • Netz-Umlage §19 StromNEV“: Diese Umlage verteilt die Kosten von reduzierten Netzentgelten für energieintensive Unternehmen auf alle Stromverbraucher:innen.

  • NNE-AP“: Das ist der feste Anteil der Netznutzungsentgelte, unabhängig vom Verbrauch.

  • NNE-Messstellenbetrieb“: Der NNE-Messstellenbetrieb deckt die Kosten für Betrieb, Wartung und Ablesung deines Stromzählers durch den zuständigen Messstellenbetreiber ab.

  • Offshore-Umlage“: Die Offshore-Umlage wird verwendet, um den Ausbau und Betrieb von Windparks auf dem Meer zu finanzieren.

  • Stromsteuer“: Die Stromsteuer ist eine staatliche Abgabe, die auf jede verbrauchte Kilowattstunde Strom erhoben wird.

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