Was ist Ökostrom und wie funktioniert er wirklich?

18.05.2026

Was ist Ökostrom und wie funktioniert er wirklich?

Ökostrom ist Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser gewonnen wird. Er unterscheidet sich von konventionellem Strom nicht durch seine physikalischen Eigenschaften, sondern durch die nachgewiesene Herkunft der eingespeisten Energie.

Der Begriff Ökostrom ist weit verbreitet, aber nicht immer klar definiert. Hinter manchen Angeboten steckt ein echter Beitrag zur Energiewende, hinter anderen kaum mehr als ein Zertifikatshandel auf dem Papier. Dieser Artikel erklärt, wie das Nachweissystem funktioniert, wo seine Grenzen liegen und was seriöse Angebote auszeichnet.

Wie unterscheidet sich Ökostrom von konventionellem Strom?

Physikalisch gibt es keinen Unterschied: Der Strom, der aus der Steckdose kommt, ist überall in Deutschland derselbe Wechselstrom. Was sich unterscheidet, ist die Herkunft der eingespeisten Energie und der Nachweis darüber.

In einem gemeinsamen Netz wie dem europäischen Strommarkt fließt der Strom nicht direkt von einem bestimmten Windrad zum Haushalt. Stattdessen speisen alle Erzeuger ihren Strom ins selbe Netz ein, aus dem alle Verbraucher entnehmen. Ökostrom bedeutet daher: Der Lieferant weist nach, dass für jede an einen Kunden gelieferte Kilowattstunde eine gleichwertige Menge Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist wurde. Der Nachweis erfolgt über sogenannte Herkunftsnachweise.

Wie wird die Herkunft von Ökostrom nachgewiesen?

Die Herkunft wird über Herkunftsnachweise (HKN) dokumentiert. Für jede Megawattstunde Strom, die ein Erneuerbare-Energien-Kraftwerk produziert, wird ein solcher Nachweis ausgestellt. Dieser wird beim Verkauf des Ökostroms entwertet, sodass dieselbe Kilowattstunde nicht mehrfach als grün vermarktet werden kann. Das System ist EU-weit geregelt und wird in Deutschland von der Bundesnetzagentur beaufsichtigt.

So weit, so gut. Das Problem ist: Ein Herkunftsnachweis sagt nichts darüber aus, ob der Strom aus einer neuen oder einer seit Jahrzehnten betriebenen Anlage stammt. Ein Anbieter kann Herkunftsnachweise von einem alten Wasserkraftwerk in Norwegen kaufen, das ohne diese Einnahmen genauso weitergelaufen wäre. Das ist legal, leistet aber keinen zusätzlichen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien. Genau hier liegt der wesentliche Unterschied zwischen verschiedenen Ökostrom-Angeboten.

Was bedeutet ok-power-Zertifizierung?

Das ok-power-Siegel, vergeben vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU), stellt deutlich höhere Anforderungen als das gesetzliche Mindestmaß. Es garantiert nicht nur, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt, sondern auch, dass ein Mindestanteil aus neueren, zusätzlich errichteten Anlagen kommt. Damit trägt das Zertifikat aktiv zum Ausbau erneuerbarer Kapazitäten bei, statt lediglich bestehende Altanlagen zu finanzieren.

Hinzu kommt: ok-power schließt Herkunftsnachweise aus klimafernen Altanlagen außerhalb Europas explizit aus. Anbieter werden regelmäßig unabhängig geprüft. Das Siegel ist damit einer der zuverlässigsten Indikatoren dafür, dass ein Ökostrom-Angebot hält, was es verspricht.

Das gesamte Stromangebot bei PLAN-B NET ZERO trägt das ok-power-Zertifikat. Jede Kilowattstunde stammt aus zertifizierten europäischen erneuerbaren Quellen und ist CO₂-neutral nachgewiesen. Mehr zu unseren Tarifen auf der Seite für Privatkunden.

Warum sind nicht alle Ökostrom-Angebote gleich?

Die Unterschiede zwischen Ökostrom-Angeboten sind größer, als viele Verbraucher vermuten. Die folgende Übersicht zeigt, was ein Angebot mit reinem Herkunftsnachweis von einem ok-power-zertifizierten Tarif unterscheidet:

Kriterium Nur Herkunftsnachweis ok-power-zertifiziert
100% erneuerbare Quellen Ja Ja
Neue Anlagen gefördert Nein Ja
Europäische Herkunft garantiert Nicht garantiert Ja
Unabhängige Prüfung Nein Ja
Greenwashing-Risiko Hoch Gering

Wer beim Anbieterwechsel sichergehen möchte, sollte gezielt nach unabhängigen Zertifizierungen suchen. Neben ok-power stellt auch der TÜV-Standard ähnlich strenge Anforderungen. Transparenz über die konkreten Erzeugungsanlagen und eine europäische Herkunft der Energie sind weitere Hinweise auf ein ernsthaftes Angebot.

Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?

Nicht zwangsläufig. Lange Zeit war Ökostrom spürbar teurer als konventioneller Strom. Dieser Preisunterschied hat sich heute weitgehend geschlossen. Der Ausbau erneuerbarer Energien in Europa hat die Großhandelspreise für grünen Strom deutlich gesenkt, sodass zertifizierte Ökostromtarife heute regelmäßig mit konventionellen Tarifen konkurrieren können.

Beim Preisvergleich sollten beide Komponenten berücksichtigt werden: der Arbeitspreis pro Kilowattstunde und der monatliche Grundpreis. Wer beides im Blick behält, findet in der Regel zertifizierten Ökostrom zu einem Preis, der mit konventionellen Tarifen konkurriert. Preise direkt berechnen: Zum Tarifrechner. Wer den Schritt zum Wechsel noch überlegt, findet die wichtigsten Informationen im Leitfaden zum Stromanbieter-Wechsel.

Wie sich Preis und Nachhaltigkeit beim Ökostrom in der Praxis verbinden lassen, zeigt dieser Beitrag.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ökostrom unterscheidet sich von konventionellem Strom durch die zertifizierte Herkunft, nicht durch physikalische Eigenschaften
Herkunftsnachweise (HKN) allein sind kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend ist eine unabhängige Zertifizierung wie ok-power
ok-power garantiert Strom aus neuen, europäischen Anlagen und regelmäßige Prüfung des Anbieters
PLAN-B NET ZERO bietet wettbewerbsfähige Ökostrompreise deutschlandweit

Häufige Fragen zu Ökostrom

Was ist Ökostrom?

Ökostrom ist Strom, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind, Sonne und Wasser erzeugt wird. Anbieter weisen die Herkunft durch Herkunftsnachweise (HKN) nach, die für jede erzeugte Megawattstunde ausgestellt und beim Verkauf entwertet werden.

Wie erkenne ich echten Ökostrom?

Das zuverlässigste Merkmal ist eine unabhängige Zertifizierung wie das ok-power-Siegel oder der TÜV-Standard. Diese stellen höhere Anforderungen als das gesetzliche Mindestmaß und schließen Greenwashing durch günstige Altanlagen-Zertifikate aus.

Was ist ein Herkunftsnachweis (HKN)?

Ein Herkunftsnachweis ist ein EU-weit geregeltes Zertifikat, das für jede Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Energien ausgestellt wird. Es belegt die Herkunft und wird beim Verkauf entwertet, um eine Mehrfachverwertung zu verhindern.

Was bedeutet das ok-power-Siegel genau?

Das ok-power-Siegel des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) garantiert, dass der Ökostrom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt, ein Mindestanteil aus neueren Anlagen kommt und keine klimafernen Altanlagen-Zertifikate aus Drittländern verwendet werden. Anbieter werden regelmäßig geprüft.

Kann ich als Mieter Ökostrom beziehen?

Ja. Ökostrom lässt sich unabhängig davon beziehen, ob man Eigentümer oder Mieter ist. Der Stromanbieter wird separat vom Vermieter gewählt. Einzig die Heizenergie, die oft über die Hausverwaltung geliefert wird, liegt außerhalb des eigenen Einflusses.

Ist Ökostrom von PLAN-B NET ZERO wirklich CO₂-neutral?

Ja. Das gesamte Stromangebot ist ok-power-zertifiziert und stammt ausschließlich aus europäischen erneuerbaren Quellen. Jede Kilowattstunde ist CO₂-neutral nachgewiesen.

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Kostet Ökostrom bei PLAN-B NET ZERO mehr als normaler Strom?

Nein. Ökostrom ist heute nicht mehr systematisch teurer als konventioneller Strom. Die Großhandelspreise für erneuerbare Energie sind durch den Kapazitätsausbau in Europa deutlich gefallen. PLAN-B NET ZERO bietet wettbewerbsfähige Ökostrompreise deutschlandweit.

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